Zwischen Himmelsbrücke und Wasserfall: Das Zillertal und seine außergewöhnlichen Klettersteige

Von der neuen „Himmelsbrücke“ mit Weitblick über das Tal bis zu kühlen Klettersteigen entlang imposanter Wasserfälle: Im Zillertal warten außergewöhnliche Erlebnisse am Stahlseil. Familien, Einsteiger:innen und erfahrene Klettersteiggeher:innen entdecken hier Touren und geführte Angebote, die den Klettersommer 2026 prägen werden.

Das Zillertal bietet eine außergewöhnliche Vielfalt an Klettersteigen in allen Schwierigkeitsstufen. Leichte Steige in Talnähe ermöglichen erste Versuche am Fels, während anspruchsvolle Touren im hochalpinen Gelände erfahrene Klettersteiggeher fordern. „Wichtig ist es, einen Klettersteig zu wählen, bei dem man nicht überfordert ist“, erklärt Florian Wechselberger, Bergführer und Obmann der Zillertaler Bergführer.

 

Luftige Highlights im ganzen Tal 

Besondere Aufmerksamkeit zieht die neue „Himmelsbrücke“ am Klettersteig Zimmereben oberhalb von Mayrhofen auf sich. Die rund 48 Meter lange, freischwebende Seilhängebrücke führt hoch über dem Tal durch die Luft und eröffnet einen beeindruckenden Blick über Mayrhofen und die umliegenden Berggipfel. Einzigartig: Am Ende der Brücke wartet direkt der Gastgarten des Gasthauses Zimmereben – alpines Abenteuer und genussvolle Einkehr liegen hier nur wenige Schritte auseinander.

 

Kühl, wasserreich und spektakulär präsentiert sich der Talbachklettersteig in der Region Zell-Gerlos, Zillertal Arena. Die Route verläuft direkt neben dem Wasserfall, beginnt mit einem leichten Einstiegsbereich und steigert sich dann Schritt für Schritt. Zwei sehr lange Seilbrücken bilden die Höhepunkte – die letzte führt direkt über den Ablauf eines Wasserspeichers, wo bei viel Wasser unter den Füßen ein eindrucksvoller Wasserfall tost. Mehrere Ausstiege ermöglichen es, die Route zwischendrin zu verlassen und auf den Wanderweg zu gelangen. Ebenso beeindruckend ist der Klettersteig Gerlossteinwand: Die rund 400 Meter lange Route führt entlang der Wand bis zum beeindruckenden Gipfel auf 2.166 Metern. Der Zustieg ist nur eine kurze Wanderung von der Bergstation der Gerlossteinbahn entfernt.

 

Der Klettersteig am Pfaffenbichl in Hochfügen geht nach seinem Winterdebüt in seine erste Sommersaison. Direkt am Bergkamm führt der Steig über Drahtseile, Trittbügel und eine Seilbrücke bis zum Gipfel des Pfaffenbichl – tibetische Gebetsfahnen verleihen dem Klettersteig in der Region Fügen-Kaltenbach einen anmutigen Flair. Der Anstieg erfolgt im Sommer zu Fuß über Hochfügen. Die Kombination aus Höhe, Panoramablick und gut gesichertem Fels macht ihn besonders attraktiv für sportliche Bergfreunde und alle, die eine besondere Tour suchen.

 

Direkt bei der Bergstation am Spieljoch wartet auf Familien und Kinder ein Familien-Klettergarten mit besonderem Service. Erfahrene Trainer zeigen den kleinen und großen Kletterern Schritt für Schritt, wie es geht: Von den ersten Griffen und Tritten bis zum sicheren Abseilen sind sie immer an der Seite der Teilnehmenden. Über mehrere mögliche Routen gelangt die ganze Familie gemeinsam zu ihrem ersten Gipfelkreuz. Der wunderschön gelegene Steig eignet sich für Kinder ab sechs Jahren.

 

Ein echtes Unikat ist der Klettersteig #Schlegeis131 an der Staumauer des gleichnamigen Stausees im Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen. Er überwindet etwa 131 Höhenmeter an der gewaltigen Staumauer und endet direkt auf deren Krone. Von dort öffnet sich ein weiter Blick auf die Zillertaler Bergwelt. Die Gestaltung des Steigs macht ihn für Einsteiger, Familien, Gruppen und erfahrene Abenteurer gleichermaßen spannend.

 

Sicher am Fels unterwegs 

Zu den wichtigsten Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene zählen nach Einschätzung des Bergführers Florian Wechselberger eine ehrliche Selbsteinschätzung, eine sorgfältige Tourenplanung, das Einholen aktueller Informationen zu Wetter und Verhältnissen und vor allem die konsequente Verwendung der richtigen Ausrüstung. Dazu gehören ein Klettergurt, ein geprüfter Helm, ein Klettersteig‑Set, passende Alpin-Schuhe mit gutem Profil sowie ein Rucksack mit Getränk, kleiner Stärkung, Wetter- und Sonnenschutz.

 

Genauso wichtig wie die Ausrüstung ist die richtige Herangehensweise: „Wer ruhig bleibt, die ordnungsgemäße Ausrüstung verwendet und sich nicht unter Druck setzt, erlebt Klettersteige als etwas unglaublich Bereicherndes.“ Im Zillertal stehen zudem unzählige erfahrene Bergführer und Alpinschulen zur Verfügung, die geführte Erlebnisse im Klettersteig ermöglichen. In Einsteigerkursen lernen Gäste den sicheren Umgang mit dem Set, das richtige Einhängen und ein angepasstes Verhalten am Fels. Aufbaukurse widmen sich schwierigerem Gelände, effizienter Klettertechnik und dem sicheren Aufstieg in längeren Steigen. „Geführte Touren bieten zusätzliche Sicherheit und ermöglichen es, sich ganz auf das Erlebnis im Fels zu konzentrieren“, erklärt Wechselberger.

 

Im Notfall gilt es, den alpinen Notruf 140 oder den europäischen Notruf 112 zu wählen und die eigene Position so genau wie möglich zu beschreiben.

 

Alle Klettersteige im Zillertal auf einen Blick

Region Fügen-Kaltenbach

  • Familien-Klettergarten Spieljoch
  • (Winter-)Kletterstieg Pfaffenbichl

Region Zell-Gerlos, Zillertal Arena

  • Klettersteig Gerlossteinwand
  • Klettersteig Talbach
  • Erlebnisgarten „Riederklamm“
    • Klettersteig „Riederklamm“ und „Oberer Teil“
    • Klettersteig „Weiße Wand“
    • Klettersteig „Wasserfall“

Ferienregion Mayrhofen-Hippach

  • Zimmereben-Klettersteige
    • Kindergerechter Klettersteig
    • Klettersteig „Huterlaner“
    • Klettersteig „Pfeilspitzwand“
    • Klettersteig „Astegg“
  • KletterGebiet Knorren
    • Steinbock Klettersteig
    • KnorrenNadel Klettersteig 
  • Klettersteig „Nasenwand“
  • #Schlegeis131
    • Klettersteig „#Schlegeis131“
    • Kinderklettersteig „#Schlegeis131“

Übersicht Bilder

Der steile Klettersteig Gerlossteinwand ist rund 400 Meter lang und führt entlang der Wand bis zum beeindruckenden Gipfel auf 2.166 Höhenmetern. Bildnachweis: © Zillertal Tourismus / Tom Klocker

Der Klettersteig am Pfaffenbichl in Hochfügen führt direkt am Bergkamm über Drahtseile, Trittbügel und eine Seilbrücke bis zum Gipfel des Pfaffenbichl. Im Sommer führt ein markierter Wanderweg Richtung Bergstation Waidoffen zum Einstieg des Klettersteigs. Der Zustieg ist dabei bereits Teil des alpinen Erlebnisses und belohnt mit beeindruckenden Ausblicken auf die umliegende Bergwelt. Bildnachweis: © Hochfügen

Kühl, wasserreich und spektakulär präsentiert sich der Talbachklettersteig. Mehrere Ausstiege ermöglichen es, die Route zwischendrin zu verlassen und auf den Wanderweg zu gelangen. Bildnachweis: © TVB Zell-Gerlos, Zillertal Arena

Die Route des Talbachklettersteigs verläuft direkt neben dem Wasserfall, beginnt mit einem leichten Einstiegsbereich und steigert sich dann Schritt für Schritt. Bildnachweis: © TVB Zell-Gerlos, Zillertal Arena

Die neue „Himmelsbrücke“ am Klettersteig Zimmereben oberhalb von Mayrhofen ist rund 48 Meter lang und führt hoch über dem Tal durch die Luft. Bildnachweis: © TVB Mayrhofen-Hippach / Becknaphoto